Geschichte des Hauses

Die Häuser Wintererstraße 17 und 19 entstanden in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Das Haus 19 ist das älteste - es wurde 1911 fertig gestellt; das Haus 17 ist 10 Jahre jünger und entstand demnach 1921. Beide Häuser hatten zunächst - allerdings nur für wenige Jahre - unterschiedliche Besitzer; seit 1925 sind sie in einer Hand. Im Jahre 1934 erwarb der letzte Privatbesitzer, ein Schweizer Bankdirektor im Ruhestand, das gesamte Anwesen. Dieser Schweizer Bürger übte ab 1941 das Amt eines "Schweizerischen Konsularagenten" aus.

Bis 1948 blieben beide Häuser in Privatbesitz. Auf einem Umweg gelangte der Deutsche Caritasverband in den Besitz des Anwesens. Martin Vorgrimler beschreibt diesen Vorgang in seinem "Quellen zur caritativen Nachkriegshilfe für Deutschland 1945-1949" (Seite 7) so:

Es war unmöglich gewesen, für die neu gegründeten Caritasschwestern in dem zerstörten Freiburg Räume für ein Mutterhaus zu finden. Da wurde dem DCV bekannt, dass der Schweizer Konsul Zwicky beabsichtigte, Freiburg zu verlassen und sein privates Anwesen, Wintererstraße 17-19 gegen Schweizer Franken zu verkaufen. Die französische Militärregierung gestattete solche Immobiliengeschäfte, wenn überhaupt, nur zwischen Ausländern. Dr. Iserland (deutscher Konvertit, Professor am College St. Michel in Fribourg/Schweiz; gleiche Quelle Seite 5) gründete in Fribourg einen Trägerverein und dieser kaufte das Anwesen und stellte es dem DCV kostenlos als Mutterhaus für die Caritasschwestern zur Verfügung. Später wurde dann das Anwesen, nach unendlich schwierigen Verhandlungen mit der Militärregierung in Baden-Baden schenkungsweise zu Eigentum des DCV übertragen. Diesen heute außerordentlich wertvollen Besitz, der damals sfrs. 180.000,- kostete, verdankt der DCV also Herrn Prof. Otto Iserland."

Seit 1946 und zunächst als Mieter nutzt der Deutsche Caritasverband das Anwesen. Die ersten etwa 20 Jahre steht es der Caritasschwesternschaft, der heutigen Caritasgemeinschaft für Pflege- und Sozialberufe, zur Verfügung.
Von 1946 bis 1965 diente das Haus 19 ihr als Bundeszentrale und Bildungseinrichtung; die Caritasschwesternschaft, bezog dann, weil ihr das Haus zu klein wurde, ihr neues Domizil in der Maria-Theresia-Straße 10 in Freiburg.

Im Jahre 1960 entstand oberhalb des Hauses 17 das Haus 17 a. Es wurde für das Seminar für Sozialarbeit in Übersee gebaut, das im Oktober 1960 gegründet worden war. Im Jahre 1966 entstand als viertes Gebäude auf dem Anwesen das Haus 19 a.

Das Haus 17 a und anteilig das Haus 17 wurden von 1972 bis 1975 als Wohnheim für Studentinnen der heutigen Kath. Fachhochschule für Sozialwesen und Religionspädagogik genutzt. In der Wintererstraße 17-19 begann Anfang der 60er Jahre die Entwicklung der heutigen Abteilung Caritas international des DCV. 1963 wurde der Arbeitsbereich Überseehilfe als eigenständiges Referat eingerichtet; 1967 wurde daraus eine eigene Abteilung, die heutige Abteilung Caritas international. Von ihr wurde das Anwesen genutzt, bis es 1978 der Fortbildungs-Akademie des Deutschen Caritasverbandes als Tagungs- und Seminargebäude übergeben wurde.

Seit Ende 2002 ist die Fortbildungs-Akademie mit all ihren Bereichen in vier Häusern vereint, zu denen im Juli 2012 ein Neubau hinzugekommen ist, der einen großen, teilbaren Plenumssaal als Mittelpunkt hat und für größere Konferenzen und Tagungen zur Verfügung steht.