Ausgangssituation
"Hätten Sie mal 2 Minuten Zeit für mich?" Mit solchen oder ähnlichen Fragen signalisieren ratsuchende Personen häufig ihren Bedarf nach Unterstützung.
Nicht selten erfolgt dies allerdings in ungünstigen Situationen, die eine besondere Beratungskompetenz erfordern. So wird die Krankenhaussozialarbeiterin auf dem Stationsflur von der Ehefrau eines schwerkranken Patienten um ihre Meinung gebeten, wie offen sie denn jetzt mit ihrem Mann sprechen soll; die Schulsozialarbeiterin wird am Kopierer vom Lehrer um Rat gebeten, wie er mit einem auffälligen Schüler umgehen soll, oder die Mutter einer Familie, die im Rahmen der SPFH betreut wird, trifft die zuständige Sozialpädagogin auf dem Parkplatz des Supermarktes und bittet um einen schnellen Rat, ob sie sich von ihrem gewalttätigen Ehemann trennen oder der Kinder wegen bleiben soll.
Während manche dieser Anfragen auf günstigere Zeitpunkte und Orte vertagt werden können ("Kommen Sie doch nach dem Unterricht in mein Büro, dort können wir uns in Ruhe mit Ihrer Frage beschäftigen."), gibt es viele Situationen, die sofortiges Handeln erfordern, entweder weil der Zufall gerade Ratsuchende und Helferin zusammenführt, oder die ratsuchende Person ein reguläres Beratungssetting ablehnt. In letztgenannten Fällen findet die Hilfe unter "verschärften Bedingungen" statt.
Diese Beratungen zeichnen sich allesamt dadurch aus, dass die beratende Person nicht das tun kann, was aus ihrer Sicht am besten wäre, sondern sie muss sich auf das beschränken, was gerade machbar ist. Und dies reicht in vielen Fällen auch aus, sofern der tatsächliche Unterstützungsbedarf der Ratsuchenden erkannt und angemessen bedient wird.
Zielsetzung und Lernansatz
Der zentrale Gegenstand des Seminars besteht in der Sensibilisierung der Teilnehmer:innen für den "tatsächlichen Unterstützungsbedarf" (und nicht etwa der von dem/der Helfer:in vermutete) und der Vermittlung wirksamer und für die Situation passender Beratungsstrategien.
Arbeitsformen
Theorie-Inputs, Austausch im Chat und Austausch im Plenum.
Im Seminar wird in einem Wechsel von (schriftlichen und verbalen) theoretischen Impulsen, Praxisreflexion, Selbsterfahrung, Kleingruppen und Einzelreflexion gearbeitet.
Im Anschluss an das Online-Seminar erhalten Sie eine Dokumentation mit der Präsentation sowie ggf. weiteren Unterlagen.
Technische Voraussetzungen
Sie benötigen für die Teilnahme an dieser Online-Veranstaltung einen PC/Laptop mit Kamera, Mikrofon/Lautsprecher (eingebaut oder extern) und einer aktuellen Browser-Version sowie eine stabile Internetverbindung.
Die Online-Veranstaltung wird über das Programm ZOOM durchgeführt, welches in der aktuellen Version die Datenschutzanforderungen des Deutschen Caritasverbandes e.V. erfüllt.
Sie erhalten den Link zur Einwahl in die Online-Veranstaltung rechtzeitig vor Beginn per E-Mail.
Anmeldung und Zulassung
Bitte melden Sie sich mit dem Online-Formular an. Die Vergabe der Teilnahmeplätze erfolgt in der Reihenfolge der Anmeldungen.
Wird die Mindesteilnehmendenzahl nicht erreicht, behält sich die Akademieleitung vor, die Veranstaltung nur mit einem/r Dozent:in durchzuführen oder abzusagen.
Die Teilnahmegebühr wird vor Beginn der Veranstaltung durch die Fortbildungs-Akademie in Rechnung gestellt.
Termin
Montag, 02. November 2026, 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr; 13:00 Uhr bis 16:00 Uhr
Dienstag, 03. November 2026, 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr; 13:00 bis 16:00 Uhr
Mittwoch, 04. November 2026, 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr
Jeweils mit Pausen
Für Ihre Teilnahme gibt es verschiedene Fördermöglichkeiten. Mehr dazu finden Sie auf unserer Homepage www.caritas-akademie.de
Kooperationspartner
Fachbereich Sozialpolitik und fachliche Innovationen des Deutschen Caritasverbandes e.V., Freiburg
Zielgruppe
Das Seminar richtet sich an Praktiker:innen aus der sozialen Arbeit mit Auftrag (jenseits von Therapie) in den Bereichen:
- Pädagogik
- Beratung
- Betreuung
in stationären, teilstationären und ambulanten Diensten und Einrichtungen der Caritas.
Max. Teilnehmerzahl
16
Kosten
500,00 €
Veranstaltungsnummer
S26014